Schlechter Start in die Saison – Absage des geplanten Gaststart bei der WM in Assen – was ist in der Saison überhaupt machbar …

Entschuldigt bitte dass Ihr länger nichts von mit gehört oder gelesen habt, aber bei diesem weltpolitischen Geschehen wollte ich einfach nicht über unser Hobby zu viele Worte verlieren, denn es gibt wichtigeres …

Aber auf der anderen Seite geht das Leben trotzdem weiter und dem einen oder anderen hilft auch die Abwechslung mal etwas anderes zu lesen, zu hören, zu sehen als nur die aktuellen Geschehnisse in der Welt.

Daher kommt hier nun unser Bericht über unsere Trainingswoche in Frankreich, in val de Vienne, bei Eckarts Trainingslager – welches nun das Carlos Trainingslager abgelöst hat.

Vielen Dank an Eckart und sein Team, alles war bestens organisiert und die einleitenden Worte am Montagmorgen haben echt gut getan … vor allem das vorbestellte gute Wetter sorgte für optimale Bedingungen in dieser Woche. 🙂

Unser Plan für die Woche sah folgendermaßen aus:

Mit dem Gespann wollten wir die guten Werte, die wir auf dem Prüfstand erreicht haben, auf die Strecke umsetzen und uns Stück für Stück in die neue Elektronik (Motec) rein arbeiten. Zeitlich war angedacht das Montag bis Mittwoch Kathrin als Beifahrer zum Einsatz kommt und Ondrej am Mittwochabend anreist und dann Donnerstag und Freitag wir mal schauen was möglich ist.

Wie man auf den Bildern erkennen kann hatten wir auch 2x Solo Bikes dabei, 1x eine R6 mit der Anne nach Ihrem Sturz im Sommer 21 das erste mal wieder auf die Rennstrecke geht und 1x eine Ducati V4 mit der unser Elektronik Spezialist Viviano von Vivamoto Stuttgart einige Testrunden abspulen wollte.

Leider haben wir von den ersten Tagen nicht viele Bilder, denn wir selber waren im Stress und Marta kam mit Ondrej erst am Mittwochabend.

Eine Planung ist eigentlich sehr gut, aber ab und zu passieren dann Dinge die es nötig machen den Plan zu ändern.

Nachdem Kathrin und ich den Montag gut nutzten um uns „zu entrosten“ und wieder ein gutes Fahrgefühl nach der Winterpause zu bekommen fühlte sich erst einmal alles ganz gut an. In den einzelnen Trainings gab es immer mal wieder kleine Unterbrechungen, wegen Fahrfehlern oder technischem Defekt.

So geschah es auch nach ein paar Runden im letzten Turn, Abbruch, zurück in die Box und dort den Hinweis bekommen dass es gleich weiter gehen könnte. Dann haben wir am Schnellsten reagiert und sind als erstes wieder auf die Strecke – ich wollte die freie Bahn direkt ausnutzen um eine schnelle Runde zu drehen, daher war die Runde auch ein wenig eckig … dann geschah es leider, im hinteren Streckenabschnitt, in einem schnellen Rechts-Links Wechsel vergriff sich Kathrin und viel raus … ich bemerkte zwar die Unruhe in Gespann, stellte aber erst in der nächsten Linkskurve fest dass Kathrin nicht mehr dabei ist … 😦 … zum Glück ist Ihr nichts schlimmeres passiert, die Lederkombi hat Ihren Zweck erfüllt und außer ein paar Schürfwunden und blauen Flecken gab es keine schlimmeren Verletzungen … dies freut mich und das ganze Team sehr …

Ahhh, zum Thema Team, nach Frankreich sind angereist, Axel u. Max in der Rolle als Sponsor und Helfer, Fritze als Chefmechaniker, Kathrin als Beifahrer u. Edelhelfer, Anne als Solo Starter, Viviano als Elektronik Experte und ich als Fahrer – zusätzlich hilft uns Uwe teamübergreifend auch immer mal wieder mit Rat und Tat.

Am Dienstag war das wichtigste, wie geht es Kathrin, fühlt Sie sich wohl um weiter mitzufahren … ja, Sie fühlte sich wohl und setzte sich wieder zu mir ins Boot – danke für dein Vertrauen – wir konnten viele Runden drehen und so kam dann auch das Gute Gefühl zurück.

Wie war das mit dem Plan? – Eigentlich wollten wir Mittwochabend erst den Motor wechseln – geplanter Wechsel, kein Schaden – aber wir zogen diesen Wechsel auf Dienstagabend vor, sodass Kathrin und ich am Mittwoch dann den Motor einfahren konnten. Parallel dazu platzierten wir noch den neuen Radsensor am Hinterrad, dies soll uns helfen unsere Daten besser analysieren zu können.

Der sehr gemütliche Motorwechsel war am Mittwochmorgen vollzogen und auch der Anbau des Radsensors hat gut geklappt, so konnte Kathrin und ich gemütlich anfangen unsere Runden zu drehen um den Motor einzufahren.

Anfänglich war noch alles ok und es fühlte sich alles gut an, aber mit dem steigern der Drehzahl und der Geschwindigkeit tauchten dann plötzlich Aussetzer auf, welche sich anfühlten als würde uns Benzin fehlen bzw. als ob die ECU uns drosseln würde und wir im Notprogramm fuhren – manchmal ging der Fehler sofort wieder weg und manchmal musste ich die Zündung aus und wieder einschalten -> ein sehr unbefriedigender Zustand. 😦

Anne saß seit Ihrem Unfall im Sommer letzten Jahres zum ersten Mal wieder auf der Rennmaschine, um Ihr ein gutes Gefühl zu geben wollten wir eigentlich die Moto3 oder die 125er noch zusätzlich mitnehmen, aber die Moto3 ist noch nicht fertig und die 125er hatte zu viele km – daher hatte wir nur die neu aufgebaute Yamaha R6 dabei welche von Anne als „die Dicke“ bezeichnet wird.

Mit der neuen Airbaq Weste von Wintex, der schnell gelieferten Ersatz Lederkombi von Goede Motorsport konnte Anne Ihre Runden drehen und man konnte Ihr ansehen dass das Gefühl von Runde zu Runde besser wurde. Gegen Ende der Woche hatte Anne „die Dicke“ auch lieb gewonnen und so verbesserten die beiden Ihre Rundenzeiten von Turn zu Turn.

Ab Donnerstag war dann Ondrej mit mir im Seitenwagen unterwegs und obwohl Viviano Stunden damit verbrachte die Daten auszuwerten, zu analysieren, konnten wir den Elektronik Fehler nicht wirklich eingrenzen. Um ausschließen zu können dass es wirklich nicht an der Benzin Zufuhr liegt bauten wir einen Drucksensor in die Benzinleitung ein, dieser war ursprünglich als Drucksensor für die Bremse gedacht!

Apropos Bremse … die Bremse darf sich dieses Jahr wirklich Bremse nennen, durch den Austausch der Bremskolben in den Sätteln, verbunden mit dem Austausch der Dichtungen, hatte ich nun endlich eine wirklich gute Bremse – nicht wie letztes Jahr wo ich ständig mit einer weichen Bremse kämpfen musste!

Donnerstagabend hatten wir leider immer noch nicht den Fehler gefunden, sodass wir auch am Freitagmorgen immer wieder unsere Runden drehten und darauf warteten bis die Fehler mal auftraten. Es fühlte sich so an als würde es sich was aufladen oder voll laufen bis der Fehler auftrat, denn in der ersten Runde kam meistens kein Fehler.

Nachdem wir schon alles getauscht haben was man bei der Elektronik so tauschen kann, einen weiteren Motorwechsel simuliert haben und jede Steckverbindung kontrolliert haben, ist uns nach der Mittagszeit eingefallen das wir mit dem Motorwechsel am Dienstag auch den Radsensor integriert und eingerichtet haben – vielleicht funkt dieser uns dazwischen und verursacht diese komischen Fehler – daher haben wir diesen abgesteckt und am späten Nachmittag ging es auf zum nächsten Versuch!

Beim Rausfahren fühlte es sich gut an und es kamen keine Fehler, aber das hat es in den anderen Turns in der ersten Runde dann meistens auch nicht gegeben!? Ich kann jetzt nicht mehr genau sagen ob wir 2 oder 3 Runden gefahren sind als wir auf der Gegengrade, beim Anbremsen auf die Schikane, abflogen. (Ergebnis siehe erstes Bild) Ich hatte ja diese Woche gelernt hart zu bremsen und bei dieser Bremsung brach „gefühlt“ im vorderen Bereich alles weg, mein Arm wurde eingeklemmt und es ging einfach nur noch geradeaus ins Kiesbett. Geistesgegenwertig habe ich weiter gebremst, denn an dieser Stelle sind wir im 6. Gang unterwegs, und konnte so einen Einschlag in den Reifenstapel verhindern. Das Vorderrad hing nur noch am Belüftungsschlauch der Bremse und an der Bremsleitung.

Das wichtigste ist aber dass es Ondrej und mir gut geht, die kleinen Wehwehchen gegen vorüber und das Gespann wird wieder repariert.

Fazit dieser Trainingswoche, wir hatten tolles Wetter, es gab eine sehr gute Organisation, wir hatten sehr gutes Essen und genügend zu trinken aber leider war es aus technischer Sicht nicht unsere Woche!!!

Der Schaden wird ein paar tausend Euro kosten und daher haben wir unseren ersten Gaststart in Assen schon absagen müssen – leider kommt noch hinzu dass es mit Sponsoring diese Saison auch nicht so gut aussieht dass wir nun einfach von Rennen zu Rennen schauen müssen was wir uns noch leisten können! 😦

Wenn wir alle Teile bekommen und nichts weiteres passiert werden wir den Saisonauftakt auf dem Lausitzring in der IDM machen.

Ich halte Euch auf dem Laufenden – viele liebe Grüße – Euer Markus

2 Gedanken zu “Schlechter Start in die Saison – Absage des geplanten Gaststart bei der WM in Assen – was ist in der Saison überhaupt machbar …

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